Vor einiger Zeit wurde darüber diskutiert, wie groß die Gegenbietung („Counterflex“), die beim Prozess des Stoppens entsteht, bezogen auf die Biegung während des Wurfes ausfällt. Anfangs wurde noch angenommen, dass die Gegenbiegung sehr hoch sein müsse und durchschnittlich in etwa 2/3 der Biegung ausmache. Später stellte sich heraus, dass dieser Wert sehr schwanken kann und sehr viel kleinere Gegenbiegungen möglich sind. Es gibt Werfer, welche die Gegenbiegung kontrollieren und damit erheblich verringern können.
Die Gegenbiegung zu reduzieren ist erstrebenswert, weil sie Energie „verschwendet“, die nicht der Schnurgeschwindigkeit zugute kommt. Wenn die Gegenbietung klein gehalten wird, kann die flexible Fliegenrute ihre Vorteile noch besser ausspielen.
An meiner sehr überschläglich ermittelten Einschätzung zur Gegenbiegung wurde beanstandet, dass der gemessene Winkel sehr von der Wurfebene und der Betrachtungsperspektive abhängt und und daher aus Videos abgegriffene Winkel, deren Wurfebene deshalb nicht exakt rechtwinklig betrachtet wird, wahrscheinlich unzutreffende Werte liefern. Da dieser Fehler jedoch sowohl bei der Biegung des Wurfes als auch bei der Gegenbiegung auftritt und die Betrachtung der Wurfebene zwischenzeitlich nicht geändert wird, sollte dieser Fehler in etwa für beide Biegungen in etwa denselben Betrag aufweisen. Daraus folgt, dass sich der Fehler beim Vergleich beider Biegungen über einen Quotienten herauskürzen dürfte, da er ja sowohl im Nenner als auch im Zähler auftritt. Daher können die Feststellungen dieses Videos als eine angenäherte Einschätzung an die Wirklichkeit grundsätzlich als zutreffend angesehen werden.
Dass die Gegenbiegung reduziert werden kann, gilt heute als anerkannt.